Den Großen der Musikwelt ganz nah
Mit der „Band of Friends“ standen Wegbegleiter Rory Gallaghers auf der Bühne des Habacher Village

VON KATHRIN HAUSER
Habach – Das Village in Habach ist bekannt dafür, dass dort im verwunschenen Kulturtal Obermühle immer wieder die ganz großen der Musikwelt auf der Bühne stehen. Unter anderem „The Animals“, „Ten Years After oder Jon Lord von „Deep Purple“ haben hier schon gespielt. Jetzt kamen mit der „Band of Friends“ wieder weltbekannte Musiker.
Rory Gallagher ist unbestritten einer der größten Blues- und Bluesrockgitarristen, die es jemals gab. Top Bands wie die „Rolling Stones“, „Cream“ und „Deep Purple“ – alle wollten sie den irischen Musiker, der für sein virtuoses Gitarrenspiel und für seine furiosen Liveauftritte bekannt war, für sich verpflichten. Doch Gallagher ließ sich nicht binden. Er gründete eigene Bands, mit denen er legendäre Konzerte gab, bis er im Jahr 1995 an den Folgen einer Lebertransplantation starb.
Sein Weggefährte dabei war 20 Jahre lang – von 1971 bis 1991 – der irische Bassist Gary McAvoy. Er tourte mit der Rory Gallagher Band durch die ganze Welt und wirkte auf allen 14 Platten des Ausnahmemusikers mit. Im Jahr 2012 gründete McAvoy schließlich die „Band of Friends“, bei der Brendan O’Neill am Schlagzeug sitzt, der viele Jahre auch Gallaghers Drummer war.
Und diese beiden Musiklegenden waren im Habacher Village zu erleben. Die aus Cork und von den Orkney-Inseln stammenden Gitarristen Brian Tambling und Andy Taylor komplettierten das Quartett. Auch wenn Gallagher schon eine Weile nicht mehr auf den Bühnen dieser Welt steht, so war er an diesem Abend im Village doch sehr präsent: McAvoy erzählte unter anderem von dem ersten Anruf des Ausnahmegitarristen bei ihm, dem eine lange Verbundenheit folgte, die über das Musikalische hinaus ging.
Konzert Abend der Extraklasse
Zudem sorgten die vielen Songs, die aus der Feder von Gallagher stammen, wie „Moonchild“, „Off the Handle“, „Heaven’s Gate“ und „Lonely Mile“ nicht nur bei den eingeschworenen Fans im Publikum für Gänsehautmomente und Begeisterungsstürme. Die Musiker brachten das Village zum Kochen, bei den letzten Songs hielt es sogar die inzwischen überwiegend weißhaarigen grauen Eminenzen des Kultclubs nicht mehr auf ihren Stühlen.
Bei all der musikalischen Klasse rieb sich der Konzert Besucher zwischendurch immer wieder erstaunt die Augen, wie nahe dem Fan die großen Stars im Village kommen, wie sehr Musikfreunde und Musiklegenden hier auf Tuchfühlung gehen. Nach gut zwei Stunden, frenetischem Applaus und einigen Zugaben endete dieser Konzert Abend der Extraklasse, der noch lange nachklingen dürfte.
